von Markus Wiegel. Zum ersten Mal seit der Eröffnung der Gedenkstätte Großschweidnitz begaben sich Schülerinnen und Schüler (11. Klasse) des IKG Wilthen zum diesem Erinnerungsort in der Region.
Die Gedenkstätte Großschweidnitz erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde in der Landesanstalt Großschweidnitz. Über 5500 Frauen, Männer und Kinder wurden durch überdosierte Beruhigungsmittel, Unterernährung und mangelnde Pflege ermordet. Über 2000 Menschen kamen von Großschweidnitz aus in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein und wurden dort getötet.
Seit 2012 bemühte sich der Verein Gedenkstätte Großschweidnitz e. V. mit Unterstützung der Gemeinde Großschweidnitz um die Schaffung eines würdigen Erinnerungsortes an die Opfer der NS-Krankenmorde.  Am 13. Mai 2023 konnte die Gedenkstätte Großschweidnitz als Arbeitsstelle der Stiftung Sächsische Gedenkstätten eingeweiht werden.
Die Dauerausstellung der Gedenkstätte befindet sich im ehemaligen Pathologiegebäude der Landesanstalt Großschweidnitz. Auf dem umliegenden Anstaltsfriedhof erinnern ein Gedenkstein sowie Namenstafeln an die dort bestatteten Menschen, die zwischen 1939 und 1945 Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde wurden.

Jugendliche äußerten sich nach dem Exkursionstag:

  • „Ich fand den Vortrag zum Thema „Euthanasie“ sehr lehrreich … die Ausstellung sehr interessant. …“
  • „Der Rundgang hat einen tiefen Einblick in die damalige Situation gebracht und machte den gesamten Besuch interessanter … Die einzelnen Zahlen waren sehr erschreckend (zu hören) …“.
  • „Ich fand die Ausstellung der Grabsteine interessant und die Geschichte dahinter. … Es war erschreckend zu erfahren, dass einige von den Tätern später dort weiterarbeiten durften. …“
  • „Ich fand die Gedanken und Aussagen der Ärzte und des Pflegepersonals über Patienten sehr erschreckend. … Den Umgang mit Kindern finde ich besonders grausam. … Ich finde es erschreckend, dass die Täter kaum Verantwortung für ihre Taten übernehmen mussten und keine gerechte Bestrafung erfahren haben.“
  • „Interessant war es, die NS-Geschichte in der Region aufzuarbeiten. Und die Lebensgeschichte(n) von Menschen zu hören, die fast alle aus der Region kamen.“
  • „Ich kann nicht behaupten, dass ich irgendwelche Informationen über den Tag meinen Familienmitgliedern berichte, aber dafür kann und muss ich sagen, dass ich diese Gedenkkultur für die Opfer der NS-Zeit als sehr wichtig empfinde und hoffe, dass solche Exkursionen weiter durchgeführt werden. … Besonders in Zeiten von Populismus, Hetze und Lügen …“