Mit viel Vorfreude begann die Reise zu den Besinnungstagen 2020 am Freitagmittag ab Wilthen. Ging es doch um nichts geringeres als um „ganz großes Kino“ innerhalb der Filmstadt „Görliwood“ mit Helden, Gefühlen, unglaublichen Geschichten, Traum-Kulissen,Phantasien, Spiel und Spaß sowie der eigenen Person „mitten drin“.
Gleich die erste Runde im Tagungsraum zu „Helden“ und „Antihelden“ führte zu anregenden Gesprächen: Was macht das Wesen meines Filmhelden aus? Warum ist ein anderer für mich der Antiheld?
Sehr kreativ wurde abschließend das „eigene Wesen“ aus Knetmasse herausgearbeitet und bei einer Vernissage zum Abschluss des Tages präsentiert. Kreativ waren alle. „Ist das (noch) normal?“

Am Samstag begaben wir uns zunächst auf die Spuren von Filmproduktionen in der Stadt Görlitz. Mit Hilfe von Abbildungen wurden uns Häuser, Straßen und Plätze als Kulisse zu den unterschiedlichsten Filmen nähergebracht und durch spannende Erzählungen lernten wir SchauspielerInnen und deren Rollen besser kennen. „Film ab!“: So wurde für uns Görlitz zu „Görliwood“.
Am frühen Nachmittag lasen wir die unglaublichen Abenteuer des Barons Münchhausen, staunten über wundersame Orte, seltsame Wesen, sprechende Tiere sowie spannende Handlungen. Im Spiel brachten wir uns die Geschichten selbst näher, sodass dann Diskussionen zum jeweiligen Inhalt aufkamen und Sinnfragen gestellt wurden. Seltsam u.a. die Feststellung, dass „das Pferd die Lorbeeren ernten kann“. Wobei auch festgestellt wurde, dass Menschen „merkwürdige Wesen“ sind.
„Film ab!“: Nach einer Textarbeit zu „Lug und Trug“ im Leben wie im Film trafen wir uns am Abend zu „ganz großem Kino“ und schauten gemeinsam „auf der Leinwand“ „Grand Budapest Hotel“. In vielen Gesichtern spiegelte sich die Frage: „Ist das noch normal?“ wider. So ging es in die Nacht.

Eine kleine Umfrage am Beginn des letzten Tages an der Tür zum Tagungsraum zum Thema: „An was denke ich gerade?“ ergab u.a. „müde“, „Abreise“, „gespannt“, „gedankenlos“, „O mein Gott“, „Essen“, „Filme“, „Schnecki“, „Was machen wir?“, „Platzreservierung im Frühstücksraum“, „Baum“. Wir mussten feststellen, dass das Chaos in den Köpfen größer geworden war. „Ist das (noch) normal?“
Um die Kreativität zu nutzen und doch wieder etwas Struktur in die Köpfe zu bekommen, ließen wir „Theater spielen“. Auf Zuruf wurden Ort, Zeit, Protagonisten, Höhepunkt, Gefühle, Konflikt, das Ende und- und- unddes Stückes bestimmt. In Gruppen wurde nun „aus nichts“ ein Plott, ein Handlungsablauf, geschrieben und einstudiert. „Auf den Brettern, die die Welt bedeuten“ traten dann die Laiendarsteller auf. Es wurde viel gelacht und das Dargebotene reflektiert.

Den Abschluss der Besinnungstage bildeten Wünsche an die „Mitspieler“, die beim jeweiligen (gekneteten) „eigenen Wesen“ hinterlegt wurden. Auch dies war filmreif unter dem Motto „Film ab! Ist das noch normal?“.

Markus Wiegel