Wilthener Gymnasiasten erforschen das Universum

Laura, Franziska und Amelie (v.l.) aus dem Wilthener Kant-Gymnasium erforschten im Astronomie-Unterricht bei Dirk Irrgang die Sonne. Ihre Ergebnisse präsentieren sie in der Sternwarte Sohland. Foto: Sebastian Martin

 

Nervös sitzen die drei Schülerinnen im Hörsaal der Sternwarte Sohland. In der vorletzten Reihe überfliegen Laura, Franziska und Amelie noch einmal ihre Karteikarten. Gleich wird es ernst für sie. Denn der Wilthener Astronomie-Lehrer Dirk Irrgang kündigt ihren Vortrag bereits an. 30 Sternenfreunde sind gekommen, um die Beobachtungsergebnisse der Wilthener Gymnasiasten zu hören. Seit einem halben Jahr beschäftigen sich die Zwölftklässler mit einem Forschungsprojekt. Laura, Franziska und Amelie haben die Sonne und den Mond untersucht. Mit dem Teleskop beobachteten sie zum Beispiel den Kopernikus-Krater. Zudem bestimmten sie mithilfe einiger Experimente und astronomischer Formeln unter anderem die exakten Sonnenaufgänge für Wilthen. „Es ist Wahnsinn, etwas über das Weltall zu erfahren", sagt Amelie über den Astronomie-Unterricht in ihrer Schule. Ihre Freundin Franziska fügt hinzu, dass sie sich jetzt auch etwas unter einem Schwarzen Loch vorstellen könne. Zudem sei das Praktische toll.

Beide hätten sich aber gewünscht, schon früher mehr über das Universum in der Schule zu erfahren. „Es wäre toll, wenn es Astro schon ab der achten Klasse gegeben hätte", sagt Franziska. Doch laut sächsischem Lehrplan gibt es die Disziplin seit 2007 nur noch in der Sekundarstufe Zwei als eigenständiges Fach - sofern es die Gymnasien anbieten.

Am Wilthener Kant-Gymnasium ist die Nachfrage groß. Über die Hälfte der Schüler beschäftigen sich in der elften und zwölften Klasse freiwillig mit den Sternen oder den Voraussetzungen von Leben. Wahrscheinlich deshalb, weil in Wilthen zeitig Anreize geschaffen werden. Bereits in der zehnten Klasse besuchen die Schüler im Rahmen des Physik-Unterrichts die Sternwarte Sohland. Dann stellt ihr Lehrer Dirk Irrgang die Teleskope scharf, damit die Schüler in die Tiefen des Universums schauen können. „Ich will ihnen die Faszination des Weltalls vermitteln", sagt er.

Bei Laura, Franziska und Amelie ist ihm das gelungen. Der Unterricht macht Spaß, sagen sie. Franziska hat sich sogar schon ein Teleskop gekauft, mit dem sie die unendlichen Weiten am Wochenende beobachtet. Auch Amelie will in Zukunft weiter ins Universum schauen und in der Sternwarte Sohland vielleicht für Nachwuchs sorgen. Der wird dringend gesucht, wie deren Leiter Wolfgang Knobel sagt.

Astronomie wollen die drei Gymnasiastinnen aber nach dem Abi nicht studieren. Dazu fehlen ihnen zu viele Kenntnisse, die in der elften und zwölften Klasse allein nicht gelehrt werden können, denken sie. Dabei bräuchten die Schülerinnen gar keine Angst vor den Astro-Klausuren an der Uni zu haben. Die kritischen Fragen der Sternenfreunde , konnten sie nach ihrem Vortrag im Hörsaal problemlos beantworten. „Und dabei hatten wir so einen Bammel", sagt Franziska.

"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."  I. Kant

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