Zeitzeugengespräch am 14. September 2015

Fragt uns, wir sind die letzten...

Unter dieser Überschrift organisiert das Maximilian- Kolbe- Werk Gespräche von Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager und Ghettos mit Schüler/innen. Gespannt und mit vielfältigen Erwartungen hörten unsere Zehntklässler zu. Karol Gdanietz und Jacek Zieliniewicz aus Polen zogen sie sofort in ihren Bann. Wie die Schüler/innen diese zwei Stunden erlebten, äußerten sie so:

"Der Mann, der dann wirklich vor uns stand und seine Geschichte mit uns teilte, überraschte mich mit seiner Lebenskraft, dem Willen und dem Glauben, die er ausstrahlte."

"Ich dachte, dass das Gespräch nur aus Belehrungen und Weisheiten eines Moralapostels bestehen wird und hörte dann eine ganz persönliche Geschichte von einem Mann, der so viel durchmachen musste. "

"Während seines ganzen Vortrags ließ er nie, aber auch niemals irgendein abfälliges Wort über Deutsche fallen."

"Am meisten hat mich aber immer noch der Satz beeindruckt: "Ihr seid alle meine Freunde" . Bei diesen Worten komme ich wieder zu meinem Anfangsgedanken: Wie können Menschen anderen Menschen so etwas Schreckliches antun?"

"Ich bin dem Zeitzeugen sehr dankbar, dass er uns an seiner Vergangenheit hat teilhaben lassen. Für mich ist dies nicht selbstverständlich, weil es eine harte Vergangenheit war und ich nicht glaube, dass jeder so darüber reden könnte."

"Was ich persönlich von diesem Gespräch mitnehmen und lernen konnte, ist die Tatsache, dass Menschen, egal wie viel sie ertragen mussten, immer noch in der Lage sind zu verzeihen,..."

"Während des Vortrages fühlte ich immer zwei Dinge: zum einen Verwirrung, weil ich es nicht verstehe, wie und warum man Menschen so etwas antut, zum anderen auch Verantwortung, weil wir die Zukunft bestimmen können und verhindern müssen, dass so etwas noch mal passiert."

In Erinnerung blieben bei vielen Schüler/innen zwei Zitate, die Jacek während des Vortrages bzw. der Gesprächsrunde leiteten: "Am wichtigsten sind mir drei Dinge: Frieden, Freiheit und Freundschaft" und "Es ist nicht wichtig, welche Herkunft, welche Religion und welche Hautfarbe Menschen haben. Hauptsache, sie sind Mensch."

In einer anschließenden kleinen Auswertungsrunde wurde die Bedeutung solcher Zeitzeugengespräche betont und den Organisatoren vom Maximilian- Kolbe- Werk durch die stellvertretende Schulleiterin, Frau Jacob, herzlich gedankt.

Beim Abschied betonte Jacek noch einmal: "Grüße die Jugendlichen herzlich von mir und sage ihnen, dass sie jetzt auch meine Kinder sind und zu meiner Familie gehören."


S. Rauch

"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."  I. Kant

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