Klein, aber fein – auf Reisen im FvU 2016

Im Rahmen des Fächerverbindenden Unterrichts 2016 fuhr eine kleine, aber feine Gruppe von SchülerInnen der 9. bis 11. Stufe unserer Schule eine knappe Woche in die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt.

Die erste Herausforderung war für einige SchülerInnen am Montag „der Spaziergang mit Gepäck“ bei herrlichem Wetter vom Bahnhof zum Hostel. Die nächste Herausforderung bestand in der nun gewünschten Kreativität während der mehrstündigen Einstiegsrunde zum Thema „Stadt-Mensch“. Am Thema entlang entstanden wirklich einzigartige Meisterwerke durch uns, es  war fast nicht zu glauben! Klein, aber fein. Weniger schwierig, aber genauso interessant, war die dreistündige Stadtführung, in der wir einen ersten Einblick in die Vielseitigkeit Erfurts erhielten. Individuell ließen wir den Tag ausklingen.

Am nächsten Tag besuchten wir den „Lernort Andreasstraße“ in der ehemaligen Haftanstalt des MfS, dort absolvierten wir einen Workshop rund um das Thema „Umgang mit Andersdenkenden in DDR“. Uns wurden Einblicke in das Strafvollzugssystem der Staatssicherheit gegeben und ein interaktiver Stadtrundgang brachte uns dann die Geschehnisse der 80er Jahre in Erfurt näher. Nach einer kurzen Pause trafen wir uns alle wieder, um auf dem UNI-Campus von Erfurt „die große weite Welt“ zu schnuppern. Klein, aber fein. Den Schluss des Tages bildete ein Kinobesuch, über den wir hier lieber schweigen.

Mitte der Woche führte uns unsere Reise auf den Ettersberg bei Weimar, in die nationale Mahn- und Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald. Durch die gute Aufarbeitung und die Fülle an bereitgestellten Informationen gewannen wir auf einfühlsame Weise einen Einblick in die Organisation des Lagers, das schwere Schicksal der damaligen Insassen und in die Gedenk- und Erinnerungskultur der letzten Jahrzehnte. Der abschließende Film im Kino der Gedenkstätte ließ uns nachdenklich den Weg zum Glockenturm antreten. Im Anschluss konnten wir noch die Klassik-Stadt Weimar mit Erfurt vergleichen. Fein, aber klein.

Am Donnerstag hieß es dann leider wieder Koffer packen. Doch bevor wir uns auf den Heimweg begaben, besuchten wir abschließend den Erinnerungsort „Topf & Söhne“. Uns erwartete ein informatives Projekt, welches die Firmengeschichte und die Rolle der Täter aufarbeitete. Wir suchten anhand von Quellen Gründe für das Handeln der „Ofenbauer“, z.B. von Auschwitz und Buchenwald. Wir fragten uns auch, was den einzelnen Mitarbeiter und die Firma bewog, in Briefen an die SS zu schreiben: „Stets gern für Sie beschäftigt, …“.

Mit Frau Rauch und Herrn Wiegel war die Woche, klein aber fein, damit aber noch nicht zu Ende. Am Freitagmorgen trafen wir uns noch einmal zu einer abschließenden Runde in der Schule, um die Erlebnisse, Erkenntnisse und Eindrücke von Erfurt noch einmal zu reflektieren und die ganze Woche zu evaluieren.

Alles in allem hat uns Schülern die Woche sehr gut gefallen. Wir haben viel gesehen, erlebt und, man glaubt es kaum, etwas gelernt ;). Vielen Dank.

Luc-Oliver Petschel und Phillip Schladenhaufen, Klasse 11                                      

"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."  I. Kant

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