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Zeitzeugengespräch

Warum lebe ICH? - Zeitzeugengespräch am 27. August 2018

Zu Beginn des Schuljahres durften wir an unserer Schule Frau Krystyna Budnicka begrüßen. Vermittelt vom Maximilian-Kolbe-Werk bestand die Möglichkeit, mit einer Überlebenden der Shoah und damit einer Zeitzeugin ins Gespräch zu kommen.

Frau Krystyna Budnicka wurde im Jahre 1932 in Warschau geboren. Sie erzählte uns von ihrer Familie und ihren Freunden vor 1939. Als der Krieg ausbrach, war sie sieben Jahre alt. Das Haus in dem die Familie Budnicka wohnte, befand sich in dem von den deutschen Besatzern errichteten Ghetto.

Mit Hilfe von Bildern und Rekonstruktionen brachte die Zeitzeugin 30 Jugendlichen die Ghetto-Zeit in Warschau näher. Sie sprach von einer „Zeit der Verluste“, den unglaublichen Lebens- und Wohnverhältnissen im Ghetto, dem Sterben auf den Straßen, vom Ghetto-Aufstand 1943, dem Versteck im selbstgebauten „Bunker“ nahe der Kanalisation und schließlich vom Warschauer Aufstand 1944. „Zwei Mal brannte die Stadt, ich habe es mit eigenen Augen gesehen.“, so Frau Budnicka. „Am Ende des Krieges war ich allein, ich hatte keine Familie mehr.“

Auf die Frage „Warum lebe ich?“, die sie sich nach dem Krieg stellte, war wohl keine leichte Antwort zu finden. Aber, wie unsere Schülerinnen und Schüler später reflektierten, hatte Frau Budnicka doch Antworten gefunden: „Das Schreiben und Erzählen war der Gedenkstein für meine Eltern. Sie sollen in mir weiterleben.“ oder „Nie wieder soll ein Kind Vergleichbares erleben.“

Mit einer Aussage in der Fragerunde zum Ende des Zeitzeugengespräches überraschte sie uns doch alle. „Ich habe viel Gutes erlebt, ich möchte es weitergeben.“, resümierte Frau Budnicka.

"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."  I. Kant

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